Wir wollen uns in diesem Beitrag dem Thema Stigmatisation zuwenden und eine Erklärung für dieses Phänomen anbieten.
Was versteht man überhaupt unter Stigmatisation?
Wikipedia gibt uns hierzu folgende Informationen:
Stigmatisation (von griechisch στίγμα stigma, deutsch ‚Stich, Stigma, Zeichen‘; lateinisch für ‚Brandmal‘) bezeichnet das Auftreten von Wunden am Körper eines lebenden Menschen, die aus einer spezifischen religiösen Haltung als Wundmale Christi gedeutet werden. Die entsprechenden Male werden als Stigmata (Singular: Stigma), Menschen, bei denen Stigmatisation auftritt, als Stigmatisierte bezeichnet.
Bekannte Stigmatisierte
Es gibt eine Reihe bekannter Stigmatisierter u.a. sind das der Apostel Paulus, Franz von Assisi, Pater Pio und Therese Neumann.
Der erste Stigmatisierte wäre demnach also der Apostel Paulus. Er selbst schreibt in seinem Brief an die Galater: „Ich trage die Zeichen (Stigmata) Jesu an meinem Leib“ (Gal 6,17). Man kann natürlich anzweifeln, dass Paulus die Wundmale der Kreuzigung Jesu zeigte, man kann die Aussage aber auch einfach wörtlich nehmen, nämlich dass er genau das meinte, was er schrieb.
In den Bibliotheken des Vatikans gibt es sicherlich alte Aufzeichnungen, die die Stigmatisation Paulus‘ durch Augenzeugen bestätigen. Allerdings schenkt dem die Kirche wie in den meisten Fällen von Stigmatisation kein großes Augenmerk, weil es nicht ihren Interessen dienlich ist.
Franz von Assisi, der Begründer des Franziskaner Ordens, hatte seine Stigmatisation vor der Öffentlichkeit geheim gehalten. Er empfand Mitgefühl für die Armen und war von tiefer Christus-Mystik durchdrungen, die ihm schließlich in Visionen u.a. die Ereignisse, die vor 2000 Jahren stattfanden, zeigten und weshalb die Wundmale auftraten.
In der neueren Zeit trug Therese Neumann (1898-1962) ebenfalls die Wundmale Jesu an ihrem Körper. Paramahansa Yogananda beschreibt seine Begegnung mit ihr im Jahr 1935 in seiner Autobiografie und bestätigt die Echtheit der Stigmata. Als Yogi hatte er die Fähigkeiten sich in ihre Visionen, die sie auch während seines Besuchs hatte, einzuklinken und das Gleiche wahrzunehmen wie sie.
Zu Pater Pio, dessen Stigmata Zeit seines Lebens und auch danach angezweifelt wurden, lesen wir hier Interessantes:
Am 2002 kanonisierten Padre Pio zeigt sich, dass die Echtheit der Stigmata auch für eine tiefe Verehrung durch die Gläubigen nur eine untergeordnete Rolle spielt. Kritiker hatten schon zu Lebzeiten den Verdacht geäußert, der Pater habe sich seine Wundmale mit ätzenden Stoffen selbst zugefügt. Eine vatikanische Untersuchungskommission wertete die Stigmata in den 1930er-Jahren dagegen als Ergebnis von Autosuggestion – sah also eine durch das Unterbewusstsein gesteuerte Herbeiführung der Wunden. Der Verehrung tat dies alles jedoch keinen Abbruch – im Gegenteil: Die Wirkungs- und Begräbnisstätte von Padre Pio in San Giovanni Rotondo ist heute mit bis zu sieben Millionen Pilgern jährlich einer der meistbesuchten Wallfahrtsorte der Welt.
Was ist Stigmatisation wirklich?
Den Versuch einer Erklärung findet man ebenfalls in der oben angegebenen Quelle:
Eine tatsächlich übernatürliche Erklärung für Stigmata ist nicht auszuschließen. Gleichwohl haben Versuche ergeben, dass sich adäquate Wunden auch durch psychische Beeinflussung – etwa durch Hypnose – herbeiführen lassen. Somit könnte ein tiefes Hineinfühlen in die Leiden Christi bei manchen Menschen durchaus zum Auftreten der Kreuzigungswunden führen.
Was bedeutet eigentlich „übernatürlich“?
Ist etwas Übernatürliches gleichzusetzen mit Gottgewollt? Auf jeden Fall scheint es etwas zu sein, dass unseren intellektuellen Horizont überschreitet. Vielleicht fehlt uns einfach nur das Wissen, der spirituelle Hintergrund, um die Stigmatisation erklären zu können.
Bei den Betroffenen handelt es sich offensichtlich um Christen, denen gemeinsam ist, dass sie tiefgreifende Visionen vom Gekreuzigten hatten, die anscheinend die Wundmale Jesu Christi an ihren Körpern hervorriefen.
Durch die innere Schau wurden sie in eine tiefe Trance oder Meditation versetzt, die es ihnen ermöglichte, direkten Zugang zu den damaligen Ereignissen rund um die Kreuzigung Jesu vor 2000 Jahren zu erhalten. Es gibt zwei Möglichkeiten, Ereignisse der Vergangenheit wieder zu erleben. Man greift auf die Akasha Chronik zu, die sich in der 6. Dimension befindet, oder man verbindet sich mit dem morphogenetischen Feld im Unbewussten der Erde.
In dem Fall der Stigmatisation erhalten die Stigmatisierten einen mehr oder weniger dauerhaften Zugang zu diesem Erinnerungsfeld im Unbewussten der Erde und durchleben die Kreuzigung immer wieder. (Bei einer Hypnose ist dies zeitlich begrenzt auch erfahrbar, aber das bleibt ebenfalls nur wenigen vorbehalten.) Dies ist auch nur möglich, weil sie sich mit ihrem freien Willen dafür entschieden haben.
Die Stigmatisierten wollten und wollen damit – ob bewusst oder unbewusst – den Christen vor Augen führen, dass die Kreuzigung eine historische Tatsache ist, so wie sie im Neuen Testament – wenn auch unvollständig – beschrieben wird.
