Die Asuras

Die Mutter, Sri Aurobindos Lebensgefährtin, erzählte einmal ihren Schülern, wie die Asuras entstanden sind.

Eines Tages beschloss das Höchste, der Eine, die Quelle sich nach außen zu projizieren, um sich bis ins Kleinste kennenzulernen. Deshalb ließ er zuerst sein Bewusstsein ausströmen, das zum Höchsten Bewusstsein wurde – zur Göttlichen Mutter.

Aus dieser Göttlichen Mutter, aus dieser Kraft, gingen vier große Wesen hervor – Licht, Leben, Liebe und Wahrheit. Man nennt sie daher die „Ersten Emanationen“, das bedeutet, sie sind die Erstgeborenen und daher höchst machtvolle Wesen.

Jeder einzelne dieser vier Asuras wurde sich seiner Qualität, seiner Macht, seiner Fähigkeit und Möglichkeit bewusst, doch vergaß dann, dass er nur eine Inkarnation, eine Emanation der Quelle war.

Aus dem Asura des Lichts wurde der Asura der Dunkelheit (Satan bzw. Luzifer)
Aus dem Asura der Liebe wurde der des Hasses.
Aus dem Asura des Lebens wurde der des Todes.
Aus dem Asura der Wahrheit wurde der Asura der Lüge.

Die Mutter erklärte, dass die Ersten Emanationen die größten Lichtwesen sind. Sind sie bekehrt, werden sie die größten Wesen der Schöpfung sein. Sie sind nützlich, um die Aspiration (zielgerichtetes Streben) zu verstärken, das Bewusstsein zu klären, die Aufrichtigkeit der Leute auf die Probe zu stellen. Sie werden an dem Tag verschwinden, an dem die Prüfung nicht mehr nötig, die Aufrichtigkeit rein und selbstexistent sein wird.

Solange sie die Erde beherrschen, kann sich die neue Schöpfung nicht manifestieren. Aber es gilt auch: Die Herrschaft der Asuras endet automatisch, wenn sich das Satyayuga, das Goldene Zeitalter, die wahrheitsbewusste supramentale Welt realisiert.

Diese Erstgeborenen haben eigene Nachkommen geschaffen, Emanationen, und diese erschufen weitere Emanationen, somit gibt es Millionen und Abermillionen dieser Asuras, den Wesen der Finsternis.

Es gibt also zwei Arten von Asuras, die Erstgeborenen und ihre Emanationen. Während die Erstgeborenen bekehrt werden können, ist das bei ihren Emanationen, den „gewöhnlichen“ Asuras  nicht möglich. Sie sind keine göttliche Form und haben keine Seele und können sich nicht ins Licht entwickeln. Sie ähneln den Teufeln der christlichen Mythologie.

Und dann fand durch die Göttliche Mutter noch eine zweite Reihe von Emanationen statt, die der Götter – sie sind die Zweiten Emanationen und repräsentieren die Kräfte des Lichts.

Genau wie die Götter gehören die Asuras und andere Dämonen nicht zur Erde, sondern zu supraphysischen Welten; aber sie wirken auf das Erdenleben ein und kämpfen mit den Göttern um die Kontrolle des menschlichen Lebens, Charakters und Handelns. Es sind die Kräfte der Finsternis, die mit den Kräften des Lichts kämpfen.

Drei der Erstgeborenen haben sich im Licht aufgelöst, während der Asura des Lichts, Satan, für das Licht arbeitet, wie hier, hier und hier bereits ausgeführt wurde. Aber es bleiben immer noch ihre Heerscharen von Emanationen übrig, die noch nicht vernichtet bzw. aufgelöst wurden.

Und wer sich in diese Thematik weiter vertiefen möchte, kann das z.B. hier tun oder in der Buchreihe Mutters Agenda.

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